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Behindertenpolitische Stammtische 2013 und 2014

Stammtisch März 2013 zum Persönlichen BudgetUnser behindertenpolitischer Stammtisch richtet sich vor allem an Mitglieder unseres Vereins. Aber auch behinderte Menschen, die uns kennenlernen wollen, sind herzlich willkommen.  Jeder Stammtisch steht unter einem besonderen Thema. Meistens geht es um behindertenpolitische Themen, die gerade besonders aktuell sind. Aber auch das Plaudern über Gott und die Welt kommt nicht zu kurz.

Der Stammtisch findet in der Regel alle ein bis zwei Monate in der Beratungsstelle statt.

 

Hier ein Rückblick auf die Stammtische in 2013 und 2014:

 

Freitag, 21. November 2014, 19.00 Uhr:

Thema: Instrumente der Vereinten Nationen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

UNO-FlaggeWelche Bedeutung haben Staatenberichte und Individualbeschwerden für die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention und damit für die Rechte behinderter Menschen?

Der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) sind bis heute weit über 100 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, beigetreten. Sie haben sich damit verpflichtet, die Regeln der BRK einzuhalten und ihre Vorgaben umzusetzen. Ob und inwieweit das tatsächlich geschieht, wird auch von den Vereinten Nationen (UNO) selbst geprüft. Mit dieser Aufgabe ist vor allem der bei der UNO angesiedelte Ausschuss für die Rechte behinderter Menschen beauftragt.

Eines seiner wichtigsten Instrumente ist die Staatenberichtsprüfung. Alle Staaten, die der BRK beigetreten sind, müssen in regelmäßigen Abständen dem Ausschuss Bericht über den Stand der Umsetzung der BRK erstatten. Der erste deutsche Staatenbericht wird vom Ausschuss vermutlich im Frühjahr 2015 geprüft.

Doch welche Bedeutung hat diese Prüfung? Welche Konsequenzen hat es, wenn bei der Prüfung Mängel festgestellt werden? Welchen Einfluss haben die Verbände behinderter Menschen bei dieser Prüfung? Können sich einzelne behinderte Menschen auch direkt an die UNO wenden, wenn sie sich in ihren Rechten verletzt fühlen?

 

Wir konnten für dieses Thema Frau Kristina Kurazova als Referentin gewinnen. Sie studiert Jura an der Universität Bremen und hat dabei einen Schwerpunkt auf das internationale Arbeits- und Sozialrecht gelegt. Im Rahmen eines Praktikums beim Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte und eines Besuches der International Disability Law Summer School an der National University of Ireland hat sie konkret miterlebt, wie die Instrumente der UNO zur Umsetzung der UN-BRK funktionieren. Nächstes Jahr wird sie bei der Prüfung des deutschen Staatenberichtes unmittelbar dabei sein.

 

(Bildnachweis für diese Ankündigung: www.nationalflaggen.de, Kristina Kurazova)

 

 

 


 

Freitag, 12. September 2014, 19.00 Uhr:

Die Zukunft der ISB in Bremen

oder: Wieviel Anleitungskompetenz braucht der Mensch?

Seit 1982 gibt es in Bremen die ISB, die Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung. Ursprünglich stellte sie ein ambulantes Hilfsangebot vor allem für körperbehinderte Menschen dar, die viel Hilfe zur Bewältigung ihres Alltags benötigen. Unter der Voraussetzung, dass sie in der Lage waren, ihre Helfer/innen weitgehend selbst anzuleiten, bekamen sie nun mit der ISB die Möglichkeit, unabhängig von der Pflege durch Angehörige in eine eigene Wohnung zu ziehen. Möglich wurde das damals vor allem durch Zivildienstleistende, die wenig Geld kosteten, aber in der Regel auch wenig Ahnung von Assistenz hatten.

Einiges hat sich seitdem verändert: Die „Zivis“ wurden ersetzt durch angestellte Assistenten und Assistentinnen, aber auch die ISB-Nutzer/innen scheinen heute andere zu sein als damals. Das jedenfalls behauptete eine Reihe von Teilnehmer/innen eines Fachtags, der sich Ende Juli mit Problemen und Perspektiven der ISB in Bremen beschäftigte. Bei der Gelegenheit wurden auch neun Eckpunkte für eine verbesserte ISB vorgestellt und diskutiert.

 

Wilhelm Winkelmeier arbeitet bei SL und hat an den Eckpunkten mitgewirkt. Er berichtet, wie und warum diese zustande gekommen sind, wie es mit ihnen weitergehen soll und welche Bedeutung aus seiner Sicht ein anderes Verständnis von Anleitungskompetenz für die ISB möglicherweise hat.

 

Freitag, 27. Juni 2014, 19.00 Uhr:

Hilfsmittelversorgung am Urlaubsort

Viele behinderte Menschen sind auf ihre Hilfsmittel wie Personenlifter, Pflegebett oder Dusch- Toilettenrollstuhl auch an ihrem Ferienort angewiesen. Aber nicht jedes Hilfsmittel lässt sich problemlos mit in den Urlaub nehmen. Beim Personenlifter und beim Pflegebett scheitert die Mitnahme schon an der Größe und Schwere der Gegenstände. Was tun?

Referent war Franz Arnold Grafe, Mitglied bei SL und Rollstuhlfahrer. Er macht häufig Urlaub im In- und Ausland und hat dabei auch schon praktische Erfahrungen mit der Beschaffung von Hilfsmitteln am Urlaubsort und deren Finanzierung durch die Krankenkasse gesammelt.

 

Freitag, 28. Februar 2014, 19.00 Uhr:

Persönliche Assistenz in Bremen – was tut sich in Sachen Begutachtungspraxis?

Diesmal ging es beim behindertenpolitischen Stammtisch von SL um die Begutachtungspraxis im Rahmen der Bedarfsfeststellung bei Persönlicher Assistenz.

Um eine Begutachtung bzw. eine Bedarfsermittlung durch den MDK, das Hauptgesundheitsamt und das Sozialamt kommt man als behinderter Mensch mit Assistenzbedarf kaum herum. Oft stellt diese Begutachtungspraxis eine große Belastung für AssistenznehmerInnen dar, schwebt doch quasi ständig die Frage im Raum, ob denn der benötigte Hilfebedarf auch anerkannt und somit finanziert wird. Von AssistenznehmerInnen wurde diese Praxis gerade in den letzten Jahren als sich immer mehr verschärfend wahrgenommen.

Eine Initiative von AssitenznehmerInnen der Assistenzgenossenschaft Bremen ist daraufhin politisch aktiv geworden, so dass das Thema auch in der Behörde (besser) angekommen zu sein scheint. Einige Veränderungen in der Begutachtungspraxis wurden bereits in die Wege geleitet, weitere Entwicklungen sind angekündigt.

Wie der aktuelle Stand der Dinge aussieht, welche Aspekte innerhalb und mit der Sozialsenatorischen Behörde diskutiert werden und welche Schritte im Einzelnen zur Veränderung bei der Bedarfsfeststellung noch angedacht sind, darüber informierte Martina Detken beim SL-Stammtisch.

Martina Detken ist selbst AssistenznehmerIn, im Vorstand der Assistenzgenossenschaft und langjähriges Mitglied von SL.

 

Freitag, 24. Januar 2014, 19.00 Uhr

Rollstuhlsport: Es muss nicht immer Basketball sein!

Wir erhielten einen kurzen Einblick in die Welt des Rollstuhlsports: wie er entstanden ist und welche verschiedenen Sportarten es für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gibt. Einige Sportarten wie Rollstuhlbasketball oder Rollstuhltennis wurden näher vorgestellt und es gab einen kurzen Abstecher in den Wassersport. Wer einen Hang zur Action hat, kam bei diesem Stammtisch nicht zu kurz ...
Referent war Jörn Neitzel, seit einigen Jahren Mitglied im SL-Vorstand und selbst aktiver Rollstuhlsportler.

 

Freitag, 27. September 2013, 19.00 Uhr:

Die Weißrussen kommen!

Dieser  Stammtisch stand im Zeichen der internationalen Zusammenarbeit.  Seit einigen Jahren haben wir Kontakt zu einer Gruppe von Behinderten in Minsk, der Hauptstadt von Weißrussland. Sie nennen sich 'Rasnie Ravnie', was übersetzt so viel wie 'verschiedene Gleiche' bedeutet.

Mehr dazu, worum es an dem Abend ging, entnehmen Sie bitte unserer Einladung (Größe: 298 kB; Downloads bisher: 1984; Letzter Download am: 20.10.2017).

 

 

Freitag, 30. August 2013, 19.00 Uhr:

Das Budget für Arbeit

Das Budget für Arbeit ist eine von vielen Ideen, die die Chancen behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verbessern sollen. Hier geht es besonders um die Beschäftigten in den Werkstätten für behinderte Menschen. Worum es an dem Abend im Einzelnen ging, entnehmen Sie bitte unserer Einladung. (Größe: 299 kB; Downloads bisher: 2292; Letzter Download am: 20.10.2017)


Freitag, 24. Mai 2013, 19.00 Uhr:

Pflegebegleitung

Referent: Volker Donk, Netzwerk Selbsthilfe Bremen-Nordniedersachsen

Pflegebegleiter/innen unterstützen pflegende Angehörige. Sie sollen dabei eine Brückenfunktion übernehmen zwischen den pflegenden Angehörigen und professionellen Hilfsangeboten. Das soll auch zu mehr Selbstbestimmung der pflegebedürftigen Menschen beitragen. Wir wollen erfahren, ob und wie das funktioniert.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Einladung (Größe: 301 kB; Downloads bisher: 2497; Letzter Download am: 20.10.2017) zu diesem Stammtisch.

 

Freitag, 19. April 2013, 19.00 Uhr

Thema: Dies und das.

Es gab kein spezielles Thema und keine Fachreferenten, aber dafür Zeit genug, eine kleine Protestaktion zu planen. Konkret ging es um einen Vortrag an der Universität zum Thema "Diversity". Dahinter steht ein Konzept, das versucht, die unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse aller Menschen besser zu berücksichtigen. Seltsam, dass man dieses Konzept bei der Planung der Veranstaltung völlig vergessen zu haben schien, denn sie fand in einem nicht barrierefreien Raum statt. Mehr über den Verlauf und das Ergebnis unserer kleinen Aktion können Sie hier lesen.

 

Freitag, 15. März 2013, 19.00 Uhr:

Das Persönliche Budget in Bremen

Budgetnehmer/innen aus Bremen berichten über ihre Erfahrungen.

Seit 2008 haben behinderte Menschen das Recht, sich ihre Ansprüche auf Teilhabeleistungen als persönliches Budget auszahlen zu lassen, um sich damit die Leistungen selbst zu organisieren. An diesem Abend hatten wir zwei Budgetnehmer/innen aus Bremen zu Gast, die von ihren guten und weniger guten Erfahrungen mit dem persönlichen Budget berichten werden.

Mehr über das Persönliche Budget im Allgemeinen und über das Persönliche Budget in Bremen erfahren Sie hier.

 

 

Freitag, 15. Februar 2013, 19.00 Uhr:

Auslese leicht gemacht??

Über die Kritik an Pränataldiegnostik im Allgemeinen und an einen neuen vorgeburtlichen Test zur Feststellung von Trisomie 21 im Besonderen.

 

Freitag, 18. Januar 2013, 20.00 Uhr:

Soziale Teilhabe sichern!

Über einen Vorschlag für ein Gesetz zur Sicherung der Teilhabe behinderter Menschen.

mit Horst Frehe, Sprecher des Forums behinderter Juristinnen und Juristen



Autor: Winkelmeier -- 17.11.2015; 18:24:55 Uhr

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Beratungsstelle und Treffpunkt
für behinderte Menschen und ihre Angehörigen

Ostertorsteinweg 98
28203 Bremen
Telefon 0421 / 70 44 09
Fax 0421 / 70 44 01

E-Mail: beratung[at]slbremen-ev.de

 

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