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"Inklusive" Kurse bei der VHS Bremen-Nord

 

„Sanfter Einstieg in die Computerwelt – Lernen ohne Barrieren“, „Für Märchen ist man nie zu alt – erzählen und vorlesen“, „Kunst verbindet – Freies Malen und Gestalten ohne Barrieren“, „Nana-Skulpturen-Workshop – Gestalten ohne Barrieren“, „Leichte Salate für die Grillsaison“, „Leichte Kuchen und Gebäck“, „Diesen Tag gönne ich mir!“ - so lauten die Titel der Kurse, die die VHS-Bremen-Nord in Zusammenarbeit mit den Diensten für Menschen mit Behinderungen der Stiftung Friedehorst im ersten Kurshalbjahr 2012 anbietet. Ziel dieser Zusammenarbeit ist, den Inklusionsgedanken der UN-Konvention praktisch umzusetzen, die VHS-Angebote stärker für behinderte Menschen zu öffnen und sie so zu gestalten, dass "sich Menschen mit und ohne Behinderung auf ganz alltägliche Art begegnen und wohlfühlen können", wie es in einer Mitteilung auf der Internetseite von Friedehorst heißt.

 

Die Zusammenarbeit besteht darin, dass Friedehorst die Kursleiter/innen und Kursinhalte organisiert und seine Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellt. Die VHS übernimmt diese Kurse in ihr Angebot, bewirbt sie und organisiert Anmeldung und Abrechnung der Teilnehmerbeiträge.

 

Die "Norddeutsche" berichtete in ihrer Ausgabe vom 27. Februar 2012 über einen  dieser Kurse und über die Zusammenarbeit zwischen Friedehorst und der VHS. Der Weser-Kurier hat uns diesen Artikel freundlicherweise zur Verfügung gestellt; Sie können ihn hier (Größe: 286 kB; Downloads bisher: 3016; Letzter Download am: 13.12.2017) für private Zwecke herunterladen.

 

Die Norddeutsche kommt zu einer durchweg positiven Bewertung dieser Zusammenarbeit: "Wenn in jüngster Vergangenheit so viel über „Inklusion“ diskutiert wurde, hier wurde sie praktisch verwirklicht."

 

SelbstBestimmt Leben Bremen (SL Bremen) sieht das ganze eher mit gemischten Gefühlen: Denn alle Kurse finden auf dem Gelände von Friedehorst statt, alle Kursleiterinnen sind Friedehorstmitarbeiter/innen - von daher bestehen gute Chancen, dass Bewohner/innen von Friedehorst sich zu diesen Kursen anmelden und daran teilnehmen, und für sie wäre es sicher das erste Mal, dass sie einen Volkshochschulkurs besuchen können. Aber wird es dadurch schon zu einem Angebot, das die Bezeichnung "inklusiv" verdient? Ob es wohl tatsächlich gelingt, in nennenswertem Umfang auch behinderte und nichtbehinderte Menschen außerhalb von Friedehorst für diese Kurse zu begeistern?

 

SL Bremen hat sich in einem offenen Brief an die Initiatorinnen dieser Kooperation, Frau Barbara Lohse-Meyer und Frau Ute Pahlow gewandt. Frau Lohse Meyer ist Leiterin des Fachbereichs Pädagogik bei den Diensten für Menschen mit Behinderungen der Stiftung Friedehorst, Frau Pahlow die Leiterin der Zweigstelle Nord der Bremer Volkshochschule. In dem Brief begrüßt der Verein die Absicht beider Kooperationspartner, Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu verwirklichen; das sei aber mit diesem Kursangebot noch nicht besonders überzeugend geglückt.

Darauf anspielend, dass das besondere Kursangebot ausschließlich in Friedehorst und nicht an VHS-üblichen Orten stattfindet, heißt es in dem Brief: "Manche behinderte Menschen brauchen zwar besondere Unterstützung und besondere Rücksichtnahme, um möglichst gleichberechtigt teilhaben zu können – besondernde Orte brauchen und wollen sie in der Regel hingegen nicht. Erst wenn das verstanden und paktisch umgesetzt wird, hat Inklusion eine Chance. (...) Wenn es beiden Partnern aber tatsächlich ernst damit ist,Inklusion zu verwirklichen, dann gehört dazu auch, dass beide Partner sich ernsthaft damit auseinandersetzen, was die Umsetzung dieser Idee tatsächlich bedeutet, was dem jetzt noch entgegensteht und was anders werden muss, damit sie auch so gut wie möglich gelingen kann."

 

Sie können den offenen Brief (mit einer kleinen Korrektur) hier (Größe: 392 kB; Downloads bisher: 3692; Letzter Download am: 13.12.2017) herunterladen.

 

 



Autor: Winkelmeier -- 24.09.2014; 14:28:45 Uhr

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