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Allgemeines Info über Fürsprache- und Beschwerdestellen in Bremen

Autor: Winkelmeier

Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Unabhängigen Fürsprache- und Beschwerdestellen in Bremen.

Kurzdarstellung

Es gibt in Bremen zurzeit vier Unabhängige Fürsprache- und Beschwerdestellen. An dieses besondere Beratungs- und Unterstützungsangebot können sich Menschen wenden, die das Bremer Versorgungssystem für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen nutzen, und zwar dann, wenn sie den Eindruck haben, dass dieses Versorgungssystem sie nicht ausreichend unterstützt oder sogar ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Das kann beispielsweise der Fall sein,

  • wenn sie aufgrund ihrer Beeinträchtigung auf besondere Unterstützung angewiesen sind, diese aber von Krankenkassen oder anderen Sozialbehörden nicht gewährt werden,
  • wenn sie Konflikte mit Stellen oder Personen haben haben, auf deren Unterstützung sie im Alltag besonders angewiesen sind,
  • wenn sie von Mitarbeiter*innen einer Einrichtung offen diskriminiert oder schlecht behandelt werden,
  • wenn ohne nachvollziehbaren Grund Zwangsmaßnahmen über sie verhängt werden.

Oftmals können Menschen mit seelischen Gesundheitsproblemen ihre Anliegen gegenüber Dritten nicht durchsetzen, weil sie auf Grund von Vorurteilen nicht ernstgenommen werden oder durch ihre Gefühlslage oder Medikamentation dazu einfach nicht in der Lage sind. Dann können sie sich an eine der Unabhängigen Beschwerde- und Fürsprachestellen wenden. Dort bekommen sie schnell, unbürokratisch und kostenlos verlässliche Unterstützung.

Alle Unabhängigen Fürsprache- und Beschwerdestellen verfolgen mit ihrer Arbeit vor allem zwei Ziele:

  1. Sie wollen den Betroffenen und ihren Anliegen wirksam Gehör verschaffen und sie dabei in ihrer Selbstwirksamkeit unterstützen und stärken (Hilfe zur Selbsthilfe).
  2. Sie wollen mithilfe der Beschwerden die Qualität des psychiatrischen Versorgungssystems in Bremen verbessern.

Das Angebot richtet sich an auch Angehörige.

Über die Mitarbeiter*innen: die Fürsprecher*innen

Die Fürsprecher*innen sind psychiatrieerfahrene Menschen mit abgeschlossener EX-IN-Ausbildung.

Durch ihr erfahrungsbasiertes Wissen über das psychiatrische Versorgungssystem können sie eine  Perspektive einnehmen, die der Perspektive der Beschwerdeführer*innen ähnelt.
Sie können sich besonders gut in deren Belange einfühlen und aus eigener Erfahrung schöpfen.
Ihr Anspruch ist es, aktiv zuzuhören und zusammen herauszufinden, welche nächsten Schritte angebracht wären.
Sie unterliegen der Schweigepflicht und legen großen Wert auf Datenschutz.
Außerdem sind sie unabhängig und nicht weisungsgebunden.

Das Angebot der Fürsprecher*innen:

Sie nehmen sich Zeit für ein persönliches Gespräch..
Sie behandeln alle Sachverhalte vertraulich.
Sie unterstützen beim Umgang mit Problemen in einer Einrichtung oder Maßnahme.
Sie vermitteln in Konflikten z. B.  mit Mitarbeiter*innen einer Einrichtungen oder eines Dienstes.
Sie setzen die Anliegen der Betroffenen und ihre Rechte mit ihnen zusammen durch.
Sie wenden sich mit dem Einverständnis der Betroffenen so schnell wie möglich an die zuständigen Stellen.
Sie beziehen auf Wunsch Angehörige und Freunde mit ein

Um mit und für die Betroffenen tätig werden zu können, benötigen sie deren Auftrag

Kurze Wege - niedrigschwellige Angebote

Um die Wege kurz zu halten, gibt es in Bremen zurzeit vier regionale Fürsprache- und Beschwerdestellen. Offizielle Träger sind die Gemeindepsychiatrischen Verbünde (GPV) der Regionen Mitte, Ost, Süd und West. In allen regionalen Fürsprache und Beschwerdestellen arbeiten ausschließlich Menschen, die selbst seelisch erkrankt sind oder es lange waren und die Ausbildung zur Genesungsbegleiter*in bei Fokus absolviert haben (siehe oben).

Fürsprache bei SelbstBestimmt Leben

Die organisatorische Verantwortung für die Fürsprachestellen Mitte und West hat seit 1. Januar 2020 die Beratungsstelle SelbstBestimmt Leben.
Die Unabhängigen Fürsprache- und Beschwerdestellen Mitte und West werden gefördert durch Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen.

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